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Amos-Stiftung zeichnet Anziehtreff aus

Ebenfalls ausgezeichnet: das Mittagstisch-Projekt „Dreierlei“ der Evangelischen Johanneskirchengemeinde
Amos-Stiftung zeichnet Anziehtreff aus
Amos-Stiftung zeichnet Anziehtreff aus
Die ehrenamtlichen Helferinnen im SkF Anzieh-Treff (von links): Martha Lucia Weidl, Teresa Nauman und Liliana Flossmann © SkF-Anziehtreff

Die Amos-Stiftung hat zwei Preise vergeben: Das Preisgeld von je 1000 Euro geht an das Mittagstisch-Projekt „Dreierlei“ der Evangelischen Johanneskirchengemeinde in Wiesbaden und den SkF Anzieh-Treff, eine Einrichtung des Sozialdienst Katholischer Frauen, in der finanziell bedürftige Familien kostenlos Schwangerschafts-, Baby- und Kinderkleidung bekommen und Beratungsangebote wahrnehmen können. „Die beiden ausgezeichneten Organisationen setzen sich in besonders lobenswerter Weise für arme und ausgegrenzte Menschen in der Stadt Wiesbaden ein“ - heißt es in der Begründung des Amos-Stiftungsvorstands. Pfarrer Christian Fischer aus dem Vorstand erklärt: „Als Christen ist uns soziale Gerechtigkeit wichtig. Dazu gehört der Einsatz für die Menschen in Wiesbaden, die in besonderer Weise auf Unterstützung durch andere angewiesen sind. Gerade in der Corona-Pandemie war und ist das Engagement für arme und ausgegrenzte Menschen eine besondere Herausforderung.“

Die Preise werden in einem Gottesdienst am Sonntag, 24. Januar, 10 Uhr, in der Evangelischen Kirche Dotzheim offiziell übergeben.

Im skF Anzieh-Treff wurden bis Mitte März rund 1200 Klientinnen betreut, die mehrmals im Jahr in die Einrichtung kommen, um sich kostenlos gut erhaltene gespendete Kleidung oder Spielsachen abzuholen oder um sich beraten zu lassen. Neben Leiterin Martina Oebels und einer Helferin waren dabei etwa 50 Ehrenamtliche im Einsatz. Mit der Corona-Pandemie hat sich die Situation massiv verändert: Im März musste die Einrichtung während des Lockdown zunächst geschlossen werden. Um rasch wieder für die Klientinnen da zu sein, haben die Mitarbeiterinnen ab Mai telefonisch bestellte Tüten gepackt und durchs offene Fenster abgegeben. „Die Nachfrage ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen“, stellt Martin Oebels fest. Denn die finanzielle Situation der Familien habe sich durch Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit verschlechtert. „In der Corona-Krise fragen viele zum ersten Mal nach Hilfe im SkF Anzieh-Treff, weil das Geld nicht mehr reicht“, so Oebels. Viele Familien lassen sich auch bei Anträgen beraten und benötigen Hilfe bei der psychosozialen Bewältigung der Krise oder bei familiären Problemen.

Pandemiebedingt können derzeit nur wenige Ehrenamtliche in der Einrichtung gleichzeitig arbeiten, um Abstandsregeln einzuhalten und ältere Ehrenamtlichen zu schützen. Bedingt durch hohes Spendenaufkommen, geringe Lagerungsmöglichkeiten sowie terminierte Kontakte haben die Arbeit und der organisatorische Aufwand jedoch eher zugenommen. „Gleichzeitig gestaltet sich die Anwerbung neuer Ehrenamtlicher coronabedingt leider sehr schwierig“, sagt Oebel.

Um das Angebot aufrechtzuerhalten und die zusätzliche Nachfrage im Zuge der Corona-Pandemie zu befriedigen, muss verstärkt hauptamtliches Personals eingesetzt werden. „Das verursacht zusätzliche Kosten“, erklärt Dr. Marina Schmitt, Geschäftsführerin des SkF Wiesbaden. „Dazu kommen noch Miet- und Sachkosten, die nur zu einem Teil aus Spenden und Eigenmitteln gedeckt werden. Deshalb freuen wir uns sehr über die finanzielle Unterstützung durch die Amos-Stiftung.“

Lebensmittel retten, gemeinsam kochen und gemeinsam essen – das ist das Motto des Projekts "Dreierlei - Lebendiger Mittagstisch im Weidenborn".  An jedem 1. Freitag im Monat findet der Mittagstisch abwechselnd in den Räumen der evangelischen Johanneskirchengemeinde, der katholischen Gemeinde St. Michael und des Wohnprojektes Horizonte statt. Das Besondere: Durch die Kooperation mit der Lebensmittelrettung Wiesbaden werden Lebensmittel verwertet, die von den Supermärkten aussortiert werden, aber noch bedenkenlos verzehrt werden können. So ergibt sich das jeweilige Menü immer erst in den Tagen vor der Veranstaltung und ist abhängig von den jeweiligen Lebensmittelspenden.

Mit „Dreierlei“ soll aber nicht nur der Umgang mit Lebensmitteln hinterfragt und auf das Problem der Lebensmittelverschwendung und -vernichtung aufmerksam gemacht werden, es sollen auch Menschen zusammengebracht werden, die sich sonst vielleicht nicht begegnen würden: Alleinerziehende, alleinlebende Menschen und Paare, Berufstätige in ihrer Mittagspause und Senioren, aber auch Bedürftige, die keine Tafel-Berechtigung haben. Die Resonanz sei groß, sagt Pfarrer Stephan Da Re von der Johanneskirchengemeinde: „An jedem Treffen nehmen im Schnitt 30 bis 35 Personen teil.“ Aufgrund der pandemiebedingten Abstandsregeln und Kontaktreduzierungen finden aktuell keine Treffen statt. Alle Beteiligten hoffen aber, dass das bald wieder möglich sein wird.

„Der Preis der Amos-Stiftung stärkt uns den Rücken und ist gleichzeitig eine Anerkennung des Engagements der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer", so Pfarrer Da Re. Das Preisgeld wolle man in Küchenutensilien investieren und vielleicht auch in ein gemütliches Treffen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Dankeschön –  sobald dies wieder möglich ist.

Hintergrund

Die Amos-Stiftung ist ein ökumenisches Projekt der beiden großen Kirchen in Wiesbaden und wurde vor sechs Jahren unter dem Dach des Evangelischen Dekanats Wiesbaden gegründet. Sie unterstützt Initiativen in Wiesbaden, die sich in besonderer Weise für Arme und Ausgegrenzte in der Stadt einsetzen.

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