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Mystisch, spannend, bunt und weltoffen

Ökumenischer Rekord: 22 Gotteshäuser öffnen eine Nacht lang ihre Pforten
Mystisch, spannend, bunt und weltoffen
Mystisch, spannend, bunt und weltoffen
In besonderem Licht: die Heilig-Geist-Kirche © Andrea Wagenknecht

Mystisch, spannend, mit besonderer Atmosphäre: Am Freitag, 6. September, ab 18 Uhr lädt die Nacht der Kirchen einen Abend lang dazu ein, sich inspirieren zu lassen und sich selbst und Gott zu begegnen. Besucher können in diesem Jahr neben den Innenstadtkirchen auch die Kirchen rund um den 2. Ring entdecken und  dabei aus mehr als 80 Angeboten in 22 Kirchen wählen – es gibt Kunst, Kabarett, Literatur und Film, Taizé-Gebete, Andachten und jede Menge Musik. Der Eintritt ist überall frei, genauso wie der ESWE-Shuttlebus, der die ganze Nacht unterwegs sein wird und alle Kirchorte ansteuert.  

Wiesbaden zeigt sich in dieser Nacht durch und durch ökumenisch. Neben 17 evangelischen und katholischen Kirchen öffnen die Christuskirche der Baptistengemeinde, die Selbständig-Lutherische Kirche, die Russisch-orthodoxe Kirche auf dem Neroberg, die Altkatholische Friedenskirche sowie die Anglikanische Kirche ihre Tore. Eine Einführung in die Orthodoxie gibt es für Interessierte um 21 Uhr in der Russisch-Orthodoxen Kirche auf dem Neroberg, die Baptistengemeinde lädt um 19 Uhr zu „Baptistisch für Anfänger“ ein und bei den Anglikanern kann man um 18 Uhr den typischen „Anglican Evensong“ (Anglikanische Abendandacht mit Chor) erleben.

Neben zahlreichen Kirchen- und Orgelführungen sind traditionell die Turmführungen mit Blick auf das nächtliche Wiesbaden besonders reizvoll, die zum Beispiel auf den Kirchtürmen der Lutherkirche (Mosbacher Straße, ab 20.30 Uhr) und der Matthäuskirche (Daimlerstraße, zu jeder vollen Stunde) möglich sind. Die evangelische Johanneskirche und die katholische Kirche St. Michael organisieren einen Nachtwächtergang bei Kerzenschein über den Südfriedhof. Treffpunkt ist um 21.15 Uhr am Hauptportal des Südfriedhofs.

Wer besondere Kunst erleben will, sollte die Thomasgemeinde im Musikerviertel (Kalligraphische „TextSchriftBilder“ von Gottfried Pott), die Alt-Katholische Friedenskirche („Kunst fürs Klima“), St. Mauritius („das Abendmahl in der Kunst“) oder die Kreuzkirche (Acrylmalerei von Thomas Richartz) besuchen.
Architektonisch eine der spannendsten Kirchen Hessens ist die evangelische Heilig-Geist-Kirche auf der Biebricher Adolfshöhe (Am Kupferberg 2), die erstmals bei einer Nacht der Kirchen dabei ist und Führungen um 18.15 Uhr und 20.15 Uhr anbietet: Das gesamte Kirchenschiff wurde Ende der 50er-Jahre vollständig und in einem Stück aus Beton gegossen. Es hat die Form einer Parabel, die auf beiden Schenkeln steht. Es wurden damals 4000 Kubikmeter Holzverschalungen und 50 Tonnen Stahl und Eisen verwendet. Auch im Innenraum findet sich überall die geometrische Grundform der Parabel wieder. Symbolisch wird hier auf die Form des Himmelsgewölbes angespielt. Geradezu mystisch wirkt der Innenraum. Rote und blaue wabenartige Fenster lassen im Innern besondere Lichteffekte entstehen. An der Außen-Frontseite wurden gerade neue LED-Strahler angebracht. Das Gotteshaus leuchtet bei Dunkelheit also in einem neuen Glanz.  

Das Programmheft mit dem ESWE-Shuttle-Fahrplan ist in allen beteiligten Kirchengemeinden erhältlich, im Roncalli-Haus (Friedrichstraße 26-28) , der Tourist-Information am Dernschen Gelände, im Haus an der Marktkirche (Am Schlossplatz 4), der Schwalbe 6, sowie online abrufbar unter https://dekanat-wiesbaden.ekhn.de.