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Inklusiven, integrativen und sozialen Wohnraum schaffen

Das Bistum Limburg fördert den Bau von Wohnprojekten mit 17 Millionen Euro.
Inklusiven, integrativen und sozialen Wohnraum schaffen
Inklusiven, integrativen und sozialen Wohnraum schaffen
Die Wohnraumoffensive ist mit einer eigenen Homepage wohnraumoffensive.bistumlimburg.de vertreten © Adobe Stocks

Benachteiligten den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum ermöglichen und die Realisierung von inklusiven, integrativen und sozialen Wohnraums fördern. Das sind die Ziele der am Mittwoch, 5. Mai, vorgestellten Wohnraumoffensive des Bistums Limburg. Die katholische Diözese stellt 17 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des ehemaligen Siedlungswerkes St. Georg zur Verfügung und fördert soziale Wohnungsbauvorhaben auf dem Gebiet des Bistums Limburg.

Wohnen bedeutet mehr als ein Dach über den Kopf

„Wir sehen, wie schwierig es für viele Menschen geworden ist, an erschwinglichem Wohnraum zu kommen. Dabei geht es uns nicht nur um den Wohnraum mit einer klar definierten Quadratmeterzahl, die einer Person zusteht – es geht uns um Teilhabemöglichkeiten am sozialen Leben“, erklärt Dr. Christof May, Bischofsvikar für Kirchenentwicklung im Bistum Limburg. Wohnen sei mehr als ein Dach über dem Kopf. Mit dem Prozess der Kirchenentwicklung nehme die Kirche im Bistum Limburg den Menschen in den Blick und wolle zum Anwalt von Benachteiligten werden: „Wir sind davon überzeugt, dass immer dort, wo ein Mensch dem anderen helfend und stützend zur Seite steht, Segen erwächst.“ Als sozialer Impuls von Kirchenentwicklung werde die 2020 von Bischof Georg Bätzing ins Leben gerufene Wohnraumoffensive Projekte und Bauvorhaben anstoßen und fördern, die ein neues Verständnis von Wohnen und Leben beispielhaft erfahrbar machen und Mensch-Sein ermöglichen.

„Wir fördern Maßnahmen innerhalb des Gebietes unseres Bistums. Uns ist es wichtig, dass wir neue Wohnungen fördern, die zusätzlich zu bereits vorhandenem Wohnraum entstehen“, betont Fabrizio Suma, Referent der Wohnraumoffensive des Bistums Limburg. Die Diözese wolle mit dem Engagement und der finanziellen Unterstützung Vorhaben und Projekte ermöglichen und erleichtern, bei denen die Bedarfe der Nutzerinnen und Nutzer im Mittelpunkt stehen und nicht Renditen von Investoren. „Wir wollen lokales Engagement fördern und stark machen und Gestaltungschancen fördern, wo sie auf den ersten Blick nicht sichtbar sind“, so der Städteplaner. Die von der Wohnraumoffensive in Aussicht gestellte Förderung in Höhe von bis zu 250 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche sei grundsätzlich mit anderen Zuwendungen kombinierbar. Die Höchstsumme der Förderung betrage eine Million Euro.

Inklusionshaus in Waldernbach mit 170.000 Euro gefördert

Als erstes Projekt überhaupt fördert die Wohnraumoffensive des Bistums das Inklusionshaus Dorfmitte in Waldernbach (Gemeinde Mengerskirchen) mit 170.000 Euro. Das Inklusionshaus im Zentrum Waldernbachs (eine Reportage finden Sie hier) bietet unterschiedliche Wohnformen an. Im Obergeschoss befinden sich sieben barrierefreie Wohnappartements für Menschen unterschiedlicher Generationen. Das Untergeschoss beherbergt eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für sieben Bewohnerinnen und Bewohner mit Handicap. Im Haus selbst sind auch ein Pflegestützpunkt sowie ein Bistro untergebracht. Im Bistro und der Werkstatt für Menschen mit Handicap entstehen auch Arbeitsplätze für die Bewohner. Für die Umsetzung des Waldernbacher Projektes hatten sich viele Menschen im kommunalen Netzwerk „Bildungsforum Mengerskirchen“, im gegründeten Verein „Mittendrin für Alle“ und der Baugenossenschaft Inklusionshaus Dorfmitte mehr als acht Jahre engagiert, erklärt Nicole Schäfer, Vertreterin des „Bildungsforums Mengerskirchen“. Weil es auf dem Land keine Wohnangebote für Menschen mit Behinderung gebe, würden sie spätestens mit dem Erwachsenenwerden aus der Dorfgemeinschaft herausgerissen. „Als Kommune wollten wir dieses Problem angehen. Dadurch entstand die Idee eines Inklusionshauses.“ Durch das Haus soll auch der alte Ortskern von Waldernbach aufgewertet werden, betonte Stefan Orth von der Baugenossenschaft Inklusionshaus Dorfmitte, in dem sich mehr als 60 Mitglieder für das 2,8 Millionen Euro teure Projekt engagieren. 

Neben dem Inklusionshaus steht das Bistum derzeit mit drei weiteren Projektträgern in Frankfurt, im Rheingau-Taunus-Kreis sowie im Westerwaldkreis in Gesprächen für eine Förderung. Dass man auch aufgeschlossen sei für alle Ideen, machte Bischofsvikar May deutlich. „Es geht nicht nur um Inklusionshäuser. Das könnte auch ein Tiny-House sein. Das könne aber auch ein Haus für Studierende oder für Menschen sein, die eine Ausbildung als Pflegekräfte machen.“ Gefördert würden Wohnvorhaben, die generationenübergreifend oder kreativ eine Vernetzung mit dem Stadtteil und den Nachbarn bedenken und dadurch Wohnen einen Mehrwert erfährt.

Zur Wohnraumoffensive des Bistums Limburg

Mit der Wohnraumoffensive fördert die Diözese beispielgebende, innovative, nachhaltige, integrative und soziale Wohnungsbauvorhaben auf dem Gebiet des Bistums Limburg in Höhe von bis zu 250 Euro pro entstehendem Quadratmeter Wohnfläche. Die Maximalfördersumme pro Projekt beträgt eine Million Euro. Die Förderung kann zusätzlich zu anderen Mittelzuwendungen erfolgen. Ab sofort können sich Architekten, Gruppen und Bauträger mit Ideen und Konzepten bewerben. Weitere Informationen, Kontakt und Förderbedingungen unter wohnraumoffensive.bistumlimburg.de.

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