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Ein engagierter Streiter für Sozialpastoral

Langjähriger Wiesbadener Bezirksreferent Karl-Heinz Schmidt ist gestorben
Ein engagierter Streiter für Sozialpastoral
Ein engagierter Streiter für Sozialpastoral
© privat

Die katholische Soziallehre  lag ihm besonders am Herzen: Mit Karl-Heinz Schmidt ist am 14. März im Alter von 74 Jahren in Wiesbaden ein engagierter Streiter für Sozialpastoral im Bistum Limburg gestorben. Unter der Berufsbezeichnung „Referent für Kirche und Arbeiterschaft“ hatte der Theologe und Politikwissenschaftler 1982 seinen Dienst in der katholischen Erwachsenenbildung in Wiesbaden angetreten. In enger Zusammenarbeit mit den evangelischen Kollegen widmete er sich dem Aufbau von guten Kontakten, unter anderem zu den Gewerkschaften, und zeigte bewusst in allen Wiesbadener Unternehmen „Gesicht“. Katholiken müssten gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, lautete sein Credo, und bei allem Engagement für Mission und Entwicklung die Menschen im eigenen sozialen Umfeld nicht aus dem Blick verlieren.

Parallel baute er als kommissarischer Leiter der katholischen Familienbildungsstätte von 1988 bis 1993 pädagogisch begleitete Eltern-Kind-Spielkurse ebenso aus wie Sprachkurse für Asylbewerber, Kriegsflüchtlinge und Aussiedler. Möglichst viele Katholiken auf Stadtebene in den Blick zu nehmen, das war von 1999 an sein Schwerpunkt. Schmidt wurde Leiter des Synodalamtes, später Referent des Bezirksbüros, zugleich Diözesanreferent für Sozialpastoral. Kirche sollte vielfältig sein und deutlich in der Öffentlichkeit Flagge zeigen, das war ihm wichtig: ob mit der Präsenz auf dem Sternschnuppenmarkt oder mit der Nacht der Kirchen. Mit Überzeugung vertrat er den damals angestoßenen Erneuerungsprozess der Kirche im Bistum Limburg mit der Entwicklung pastoraler Schwerpunkte. Nach 33 Jahren im Dienst der katholischen Kirche ging Schmidt 2006 in Altersteilzeit.

Karl-Heinz Schmidt, am 20. Dezember 1944 in Oberschlesien als Sohn eines Schlossers geboren, wuchs in einem Dorf bei Bad Ems, später in Lahnstein auf. Er studierte Theologie in Frankfurt und Paris. Bei einem Praktikum, dem Freisemester folgten, hatte er hier die Liebe zu dieser Stadt und dem Land entdeckt. Zwei Sommer lang begleitete er in Taizé deutsch-französische Gruppen, gab unter dem Eindruck der französischen Studentenrevolte seinen ursprünglichen Wunsch, Arbeiterpriester zu werden, auf und schloss ein Studium der Politikwissenschaft an. Seine ersten Berufsjahre verbrachte Schmidt als Bildungsreferent an den katholischen Studentengemeinden der Frankfurter Hochschulen mit gleichzeitigem Lehrauftrag im Fachbereich Sozialarbeit.

Von 1990 bis 1999 war Schmidt für insgesamt drei Wahlperioden Vorsitzender der Katholischen Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Hessen. 1995 wurde er zudem in den Vorstand der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (KBF) gewählt.