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Die Zeit drängt

Bischof Georg ruft zum Klimaschutz auf
Die Zeit drängt
Die Zeit drängt
Jeder kann aktiv werden und die Schöpfung bewahren. © Pixabay

Bischof Dr. Georg Bätzing ruft die Gläubigen im Bistum Limburg dazu auf, sich aktiv für den Klimaschutz und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. „Klimaschutz ist keine Aufgabe, die ausgesessen werden kann, sondern eine drängende Frage der weltweiten Gerechtigkeit“, macht der Bischof von Limburg deutlich.

Er finde das Engagement der jungen Menschen gut, die seit einigen Monaten auf die Straße gehen, weil sie die Dringlichkeit des Anliegens spüren und die Wahrnehmung haben, dass der Einsatz für Klimaschutz viel zu lange aufgeschoben wurde. „Selbstkritisch muss ich mir eingestehen, dass es den jungen Leuten besser gelungen ist, deutlich zu machen, dass Klimaschutz wichtig ist und schnell gehandelt werden muss, als meiner Generation“, so Bätzing. Er sei dankbar dafür, dass das Thema nun auf der politischen Agenda nach vorne gerückt sei.

Der Einsatz für Klimaschutz und die Bewahrung der Schöpfung sei dabei voll anknüpfungsfähig an die Botschaft des Glaubens. Dies habe Papst Franziskus in seiner vielbeachteten Enzyklika „Laudato Si“ deutlich gemacht. Dabei setze sich die Kirche bereits seit vielen Jahren aus Verantwortung für die Schöpfung und aus Solidarität mit den Armen und mit künftigen Generationen für mehr Klimaschutz ein. „Wir können mit Blick auf unsere finanziellen Ressourcen und unserem technischen Know How in Deutschland eine Vorreiterrolle einnehmen“, sagte der Bischof. Die Kirche müsse selbst auf Nachhaltigkeit setzen und ihre Vorbildfunktion ernst nehmen. Das Bistum Limburg sei darum sehr bemüht. Seit mehr als zehn Jahren gebe es in der Diözese ein etabliertes Umweltmanagement.

Solidarität und Übernahme von Verantwortung müsse aber noch viel weiter gehen. „Jeder ist aufgerufen und eingeladen, selbst zu schauen, was er tun kann, um Gottes Auftrag, die Schöpfung zu bewahren, zu erfüllen“, so der Bischof. Es sei gut, dass es Initiativen wie Fridays for Future oder die Klimakollekte gebe, die Impulse für das persönliche, kirchliche und gesellschaftliche Engagement bereit hielten. „Jeder Mensch ist ja nicht nur Teil der Schöpfung sondern dank seiner Fähigkeiten auch Mit-Gestalter. Daraus resultiert eine Verantwortung am Fortbestand der Umwelt. Es kann uns deshalb nicht egal sein, wenn wir Entwicklungen beobachten, die diese Grundlagen des Lebens gefährden“, sagte Bätzing. Daher müsste der Verbrauch von Ressourcen überdacht und der öffentliche Diskurs zum Thema gefördert werden. 

„Mir kommt eine Vision von Erich Kästner in den Sinn, wenn ich über die Bewahrung der Schöpfung nachdenke. Sie findet sich als Zitat in Stein gemeißelt im sogenannten Paradiesgarten in Koblenz direkt neben der Basilika Sankt Kastor am Deutschen Eck, in der der erste Bischof unseres Bistums Limburg geweiht wurde und lautet: ‚Die Erde soll früher ein Paradies gewesen sein, möglich ist alles. Die Erde könnte wieder ein Paradies werden. Alles ist möglich‘“, so der Bischof.