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Das Tabu um Sterben und Tod brechen

Zitate von todkranken Kindern in der Ausstellung "Die Grasbeißerbande" in Wiesbaden
Das Tabu um Sterben und Tod brechen
Das Tabu um Sterben und Tod brechen
© Annette Krumpholz
(c) Annette Krumpholz, 2020, Grasbeisserband, KEB, Katholische Erwachsenen Bildung Limburg, Vernissage, Wiesbaden
© Annette Krumpholz, KEBSusen Stanberger

„Den Rest von meinem Leben, kriegt den eigentlich ein anderer?“ oder auch „Warum muss ich mir die Zähne putzen, wenn ich doch sowieso ins Gras beiße?“. Es sind Fragen wie diese, die unter die Haut gehen. Kinder haben sie gestellt, gerade mal acht und neun Jahre alt. Kinder, die unheilbar erkrankt sind und nur eine begrenzte Lebenserwartung haben. „Die Grasbeißerbande“ heißt die aktuelle Ausstellung in der katholischen Kirche St. Elisabeth (Zietenring 18). Zur Vernissage erklärte Susen Stanberger, eine der Initiatorinnen der Ausstellung, dass dieser Titel keineswegs despektierlich gemeint ist. Vielmehr verdeutlich er die Tatsache, dass die Fragen von so schwer erkrankten Kindern gleichzeitig zum Weinen und zum Lachen anregen. Dieser Titel soll neugierig machen, um letztlich das zu erreichen, was so wichtig ist: das Thema in die Öffentlichkeit zu holen und das Tabu um Sterben und Tod zu brechen.

(c) Annette Krumpholz, 2020, Grasbeisserband, KEB, Katholische Erwachsenen Bildung Limburg, Vernissage, Wiesbaden
© Annette Krumpholz, KEB

Zwei Jahre lang sammelten Stanberger und ihr Mann Zitate von lebensverkürzend erkrankten Kindern. Bei ihren Besuchen in Kinderhospizen stellten sie fest, dass es dort selbstverständlich um das Sterben geht, „aber es geht auch ganz viel um das Leben. Denn dort ist ein Ort, an dem Familien auch einmal Erholung finden und durchatmen können. Dort entstehen tiefe Freundschaften.“

Kinderhospize wie beispielsweise das der Stiftung Bärenherz bieten betroffenen Kindern und deren Familien Hilfe und Unterstützung vom Moment der Diagnose an. Die Begleitung der Angehörigen dauert teilweise auch über den Tod des Kindes hinaus an. Sämtliche Angebote des Kinderhospizes sind kostenlos. Daher ist die Stiftung für ihre so wichtige Arbeit stets auf Spenden angewiesen.

(c) Annette Krumpholz, 2020, Grasbeisserband, KEB, Katholische Erwachsenen Bildung Limburg, Vernissage, Wiesbaden
© Annette Krumpholz, KEBAnja Eli-Klein

Anja Eli-Klein, Geschäftsführerin bei der Stiftung Bärenherz in Wiesbaden, schilderte eindrucksvoll, dass in Wiesbaden 70 ausgebildete ehrenamtliche Helfer betroffene Familien in Hausbesuchen unterstützen. Stationär können zehn Kinder in der Einrichtung unterkommen und auch für die Eltern gibt es im Haus Appartements. Das Alter der Sterbenden geht von Geburt an bis zum Alter von etwa 21 Jahren. Dabei werden viele Therapieangebote gemacht, von Musik bis hin zur Arbeit mit Tieren. „Man liegt nicht nur da und wartet auf das Sterben. Das Hospiz ist auch ein Ort, an dem es fröhlich, bunt und lustig zugeht.“, so Eli-Klein.

Der Sozialdezernent der Stadt Wiesbaden, Christoph Manjura, fasste treffend zusammen: „Die Ausstellung geht ans Herz und ist sehr berührend, in jeder Hinsicht. Ich kann jedem nur ans Herz legen, sie zu besuchen.“

Zu sehen ist die Ausstellung mit dem Untertitel "Das Sterben wieder ins Leben holen" bis zum 8. November donnerstags von 16 bis 18 Uhr, samstags von 15 bis 17 Uhr, sonntags von 10 bis 12 Uhr sowie nach Absprache.

Zum Rahmenprogramm gehören ein interkultureller Austausch über Trauerkultur in aller Welt sowie ein Familiengottesdienst zum Thema Tod. Shabnam und Wolfgang Arzt lesen aus ihrem Buch „Umarmen und loslassen“ über das Leben mit ihrer von Geburt an todkranken Tochter und die Katholische Familienbildungsstätte bietet eine Fortbildung zum Thema „Kinder trauern – anders?! an.

Sämtliche Angebote der Veranstaltungsreihe sind kostenfrei. Spenden und der gesamte Erlös der Ausstellung kommen ausschließlich der Bärenherz Stiftung in Wiesbaden zugute.

(c) Annette Krumpholz, 2020, Grasbeisserband, KEB, Katholische Erwachsenen Bildung Limburg, Vernissage, Wiesbaden
© Annette Krumpholz, KEB

Die Ausstellung wird ermöglich durch: Katholische Erwachsenenbildung Wiesbaden-Untertaunus & Rheingau; Katholische Familienbildungsstätte Wiesbaden; Amt für katholische Religionspädagogik Wiesbaden; Katholische Pfarrei St. Bonifatius, Wiesbaden; Katholische Kirche in Wiesbaden; Kulturamt der Stadt Wiesbaden, Bistum Limburg;Stiftung Crummenauer.

Annette Krumpholz
Pressestelle der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Limburg
Domplatz 360311Frankfurt
Tel.:069 8008718-453
 0160 3327279

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