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Benachteiligte nicht alleine lassen

Bischof Dr. Georg Bätzing warnt in seinem ersten Sozialwort vor einer gesellschaftlichen Spaltung und fordert von Politik und Gesellschaft solidarische Maßnahmen
Benachteiligte nicht alleine lassen
Benachteiligte nicht alleine lassen
Bischof Georg warnt in seinem Sozialwort vor einer gesellschaftlichen Spaltung durch Corona. Solidarität sei zur Bewältigung der Pandemie wichtiger denn je. © pixabay.com

Der Limburger Bischof Dr. Georg Bätzing hat Politik und Gesellschaft aufgerufen, entschlossen auf die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu reagieren sowie Benachteiligte solidarisch zu unterstützen. „Der Weg in die Zukunft bietet auch Möglichkeiten, unser Miteinander besser zu gestalten. Solidarität als kollektive Aufgabe der Gesellschaft zu verstehen sowie politische Maßnahmen für soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt einzuleiten, kann einer weiteren Spaltung der Gesellschaft entgegenwirken“, schreibt Bätzing in seinem ersten Sozialwort.

Situation belastet Schwächere besonders

„Die Lage von bereits vor der Pandemie benachteiligten Menschen verschärft sich“, betont Bätzing. Für ältere und kranke, von Armut betroffene oder am Existenzminimum lebende Menschen, Menschen ohne festen Wohnsitz, Asylsuchende, Geflüchtete, Arbeitslose, Familien, Alleinerziehende und viele weitere sei die Corona-Pandemie nicht nur eine Gefahr für ihre Gesundheit. Um die Krise zu bewältigen und soziale Notlagen zu verhindern, dürften sie nicht einfach mit einem Verweis auf die individuelle Verantwortung jeder und jedes Einzelnen alleine gelassen werden. Politik und Gesellschaft seien durch zusätzliche Anstrengungen gefordert, die soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit sowie das gesellschaftliche Miteinanders zu wahren. Um die Auswirkungen der Pandemie zu bekämpfen, müssten „stärkere Schultern“ mehr Verantwortung übernehmen und stärker belastet werden.

Gefahr, in der Krise zu vereinsamen

In dem Sozialwort geht Bätzing auf verschiedene Problemfelder näher ein: Im Kampf gegen eine zunehmende Vereinsamung müssten soziale Einrichtungen und Dienste sowie pastorale Angebote gemeinsam mit Bund, Ländern und Kommunen stärker gefördert und weiterentwickelt werden. Zudem weist er auf die großen Belastungen im Alltag von Familien hin, die besonders von Frauen getragen würden. Um sie wirkungsvoller zu unterstützen, müsse die Möglichkeit des Home-Offices konsequent ausgebaut werden. Besonders für sozialschwächere Familien sowie Familien mit Kindern mit Behinderungen oder Erkrankungen brauche es höhere finanzielle Sofortzahlungen und mehr Unterstützungsleistungen.

Bessere Arbeitsbedingungen für systemrelevante Berufe

Mit Blick auf die Verteilung von Arbeit und Wohlstand mahnt Bätzing nachhaltige gemeinschaftliche Lösungen an. Die Pandemie habe besonders Geringverdiener, Solo-Selbständige und Kleinunternehmer sowie spezifische Branchen in eine schwierige finanzielle Lage gebracht. Hier brauche es weitere finanzielle Unterstützung, Fördergelder, Direktzuschüsse und Kredite. Zugleich spricht er sich dafür aus, Menschen in systemrelevanten Berufen nicht nur symbolisch zu würdigen, sondern die Rahmenbedingungen in den jeweiligen Arbeitsbereichen grundlegend und nachhaltig zu verbessern.

Soziales Miteinander im digitalen Raum

Vor einer wachsenden Chancenungleichheit infolge der Digitalisierung warnt der Limburger Bischof. Er fordert einen gerechten Zugang zu digitaler Infrastruktur und zum Bildungssystem. Betroffene Arbeitnehmer müssten bei der persönlichen Aus- und Weiterbildung stärker unterstützt werden.  

Corona-Pandemie bietet Chance auf solidarischeres Miteinander

„Corona wird wahrscheinlich unser aller Leben neu ausrichten – langfristig und global“, schreibt Bätzing. Die Pandemie könne Christinnen und Christen anregen, neu über das menschliche Zusammenleben in der Gesellschaft nachzudenken. „Ein einfaches Zurück zum früheren ,Normalzustand‘ wird es nicht geben.“ Die Pandemie könne nur durch ein verantwortliches und solidarisches Handeln überwunden werden. „Nur so kann aus der Krise heraus, aus dieser gewaltigen Umbruchszeit, eine solidarische Zukunft erwachsen.“

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