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Als Kirche digitaler werden

Als Kirche digitaler werden
Als Kirche digitaler werden
Franziska Schindling und Paula Martin.

Franziska Schindling und Paula Martin betreuen den Instagram-Account der Messdiener der Wiesbadener Pfarrei St. Birgid. In der Corona-Zeit nutzen die zwei Studentinnen das Medium besonders intensiv, um mit den vielen aktiven Kindern und Jugendlichen verbunden zu sein.

Sie haben den Insta-Account minis_stBirgid ins Leben gerufen: Wie läuft das jetzt in Corona-Zeiten?

Mit dem Account wollen wir als Kirche digitaler werden und  mit der Zeit gehen. Wir haben eine sehr aktive Jugendarbeit, da wurde es Zeit, dass wir Jugendliche auch über ihre Kanäle ansprechen. In der Corona-Krise wollen wir auf diese Weise vor allem Zeichen der Solidarität und des Zusammenhaltens setzen, trotz räumlicher Distanz verbunden und vernetzt sein. Wir haben da eine sehr positive Resonanz, die Abonnentenzahlen steigen, aber wir stecken noch in den Kinderschuhen. Da ist noch viel Arbeit drin!

Wie erleben Jugendliche, die in der Kirche aktiv sind, die Corona-Krise mit ihren Beschränkungen?

Das ist natürlich alles sehr einengend, man ist räumlich isoliert. Wir können auch hier in der Gemeinde nicht mehr  auf dem klassischen Weg aktiv sein, uns nicht mehr treffen, es gibt keine Veranstaltungen und keine Gottesdienste. Das ist schon eine ziemliche Herausforderung gerade, neue Wege und Möglichkeiten zu suchen, um sich untereinander verbunden zu fühlen und Spaß zu haben. Eine Möglichkeit  – gerade für die älteren Messdiener – soll ja eben der Instagram-Account sein. Den Jüngern haben wir ein Care-Paket gesschickt, mit Aufgaben und Herausforderungen gegen Langeweile, aber auch mit Schokolade, Rätsel, Blumen-Samen zum Pflanzen und einigem mehr. Das Feedback war sehr positiv. Für uns heißt das auch: Trotz physischer Distanz können wir was auf die Beine stellen. Wir wollen uns auch in Zukunft noch neue Formate ausdenken.

Was ist Ihnen in dieser Zeit besonders wichtig, was hilft Ihnen?

Man spürt einfach noch mal ganz intensiv, was man hat – wie wichtig zum Beispiel die Freunde sind. Dankbar zu sein, auch dafür, in welchem Land wir leben. Das Zusammenleben funktioniert, wir erfahren eine große Solidarität untereinander. Füreinander sorgen ist wichtig, schließlich sitzen wir alle im selben Boot. Man lernt, dass vieles nicht selbstverständlich ist, was wir bislang dafür gehalten haben. Gut zu wissen ist, dass diese Zeit auch vorbei geht.

Franziska Schindling, Studentin der Sozialen Arbeit (B.A.), 22 Jahre, wurde nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) in der Pfarrei St. Birgid Messdienerin. Paula Martin, Studentin der Erziehungswissenschaft (B.A.), 23 Jahre, ist seit ihrer Kommunion im Jahr 2005 Messdienerin und seit 15 Jahren in der Pfarrei aktiv.

Wie geht es Erzieherinnen und Erziehern in der Notbetreuung? Mit welchen Gefühlen tritt ein Krankenhausseelsorger seinen Dienst an? Was macht ein Kirchenmusiker, wenn Chorproben und Gottesdienste ausfallen? Und wie organisieren Seelsorgerinnen und Seelsorger die Pastoral vor Ort? Das Bistum Limburg will mit einer neuen Reihe von Kurzinterviews einen Einblick in den Alltag von Menschen in Zeiten von Corona eröffnen.  Alle Beiträge finden Sie auf unserer Themenseite: bistumlimburg.de/thema/drei-fragen/